• Tag 4: Kratie nach Stung Treng

    Posted on April 7th, 2010 Jan No comments

    Distanz: ca. 140 km
    Fahrtzeit: ca. 8 Stunden

    Ich hab’s geschafft und bin gut in Stung Treng angekommen. Die Strasse war heute sehr gut, aber dafür war die Hitze heute schwer zu ertragen.

    Ich habe mich dazu entschieden ein bisschen zu schummeln und morgen mit dem Bus nach Ban Lung in Rattanakiri zu fahren – nach dem, was ich so gehört und gelesen habe, gibt es auf der Strecke wohl weniger Dörfer mit Schlafmöglichkeiten als wilde Tiger…

    Die Strecke nach Stung Treng war im Vergleich zur letzten Etappe sehr angenehm, weil sie fast durchgehend geteert und im Zustand “traumhaft” bis “OK” war. Nur ab und zu gab es kurze ungeteerte Stücke, die auf mich den Eindruck machten, als hätte da jemand die Karte mit seiner Planungs-Software aus einzelnen Streckenteilen zusammengesetzt, die im Massstab 1:100.000 genau aneinander zu passen schienen.

    Zur Mittagspause wählte ich unglücklicherweise ein Dorf ohne Restaurant aus, so dass mein Mittagessen gesund, aber etwas bescheiden ausfiel und aus einer Wassermelone und zwei Mangos bestand (Update: wie ich aus zuverlässiger Quelle von meiner Lieblingsbuch- und -obstverkäuferin in Siem Reap erfahren habe, risikiert man beim Essen von Wassermelonen während der heissen Monate hier üblen Durchfall “because you are barang and can’t tell which one is good or bad”. Ich scheine mit meiner Wassermelone aber eine gute Wahl getroffen zu haben). Während des Essens  wurde ich von einer ständig anwachsenden Gruppe von Dorfbewohnern verhört und habe mit meinen begrenzten Khmer-Kenntnissen Auskunft über Familienverhältnisse und die Familienplanung erteilt…glaube ich zumindest.

    Die restlichen Fotos habe ich leider gerade nicht hier und kann sie deshalb auch nicht hochladen – ihr müsst euch noch mindestens einen Tag gedulden.

    Truck Cabrio

    Mehr (incl. dem ersten Foto von meinem Fahrrad in voller Reisemontur) gibt es dann hoffentlich beim nächsten Mal.

    Stung Treng market at night

  • Tag 3: In Kratie

    Posted on April 6th, 2010 Jan No comments

    Nachdem ich die ersten beiden Tage gut voran gekommen bin, habe ich heute mal eine Pause gemacht, um Kratie zu erkunden.

    Phnom SamtukGanz ohne Fahrrad fahren ging es doch nicht, weil ich zu einer Pagode auf Phnom Sambok, einem Berg etwas noerdlich von Kratie gefahren bin. Die Aussicht auf den Mekong war sehr schoen, und ich war die meiste Zeit ueber nicht nur der einzige Tourist, sondern auch allgemein der einzige Mensch in Sichtweite und konnte die Ruhe und die Aussicht auf dem Gipfel geniessen. Etwas unter dem Gipfel sah ich zu meiner Ueberraschung ein Poster, auf dem die Fotos von zwei meiner Kollegen von CCBEN zu sehen waren.

    Delfine habe ich heute keine gesehen, aber dafuer war ich noch ein bisschen im Ort unterwegs und habe den Sonnenuntergang ueber dem Mekong und dabei mit zwei VietnamesenSunset in Kratie ein bisschen Englisch geuebt.

    Morgen geht es weiter nach Stung Treng…diesmal geht es etwas frueher los, damit ich mehr Pausen machen kann.

  • Tag 2: Kompong Cham nach Kratie

    Posted on April 5th, 2010 Jan No comments

    Distanz: ca. 110 km
    Fahrtzeit: ca. 7 Stunden

    Ich bin nach einem langen Trip heute endlich wieder frisch geduscht und sehr hungrig. Details incl. einer Anleitung zum guenstigen Intensivbraeunen gibt es morgen.

    Nach einer Nacht im Gästehaus in Kampong Cham ging es etwas später als geplant weiter nach Kratie. Etwas später deshalb, weil ich am Abend vorher leider vergessen hatte, mit die Wegbeschreibung nach Kratie auszudrucken, ohne die ich ungern losfahren wollte. Nach dem kurzen Besuch im Internetcafé ging es dann zu einem schnellen Nudelfruehstueck am Markt, wo ich einen Belgier traf, der auch gerade eine Radtour durch Suedostasien macht, aber genau in der umgekehrten Richtung.

    It's gettin' ruralDie Strecke schlaengelte sich am Mekong entlang und ging durch eine Strassensiedlung nach der anderen mit hoch aufgetuermten Heuhaufen und Haeusern auf Stelzen. Nach etwa 1 1/2 kam ich bei Wat Phnum, einer Pagode auf einem Berg mit Blick ueber den Mekong an. Die Fahrt den Berg hoch war etwas anstrengend, aber als ich erstmal oben war, machte die Aussicht alles wett.  Ein netter Touristenpolizist hiess mich sehr herzlich auf dem Berg willkommen und erklaerte mir mit einem Laecheln, dass ich jetzt $2 bezahlen muesse. Insgesamt waren mindestens 4 Polizisten auf dem Berg, was wohl gerade so reichen duerfte fuer den Touristenstrom von (laut Schaetzung des Polizisten) 6-7 Touristen pro Tag abzufertigen. Weil gerade ein Chinesisches Feiertag war – was eine gute Sache fuer alle chinesisch-staemmigen Kambodschaner, aber eine schlechte Nachricht fuer viele (Span-) Ferkel in Kambodscha ist – waren viele Kambodschaner auf dem Berg, und eine Familie lud mich ein, mit ihnen zusammen zu essen. Meinen urspruenglichen Vorsatz, kein Bier vor 10 zu trinken, habe ich dabei zugunsten der interkulturellen Verstaendigung voruebergehen ausgesetzt.

    Frisch gestaerkt ging es dann das letzte Stueck am westlichen Ufer des Mekong bis nach Stung Trang (nicht Stung Treng, wo ich morgen hinfahre) und dann mit der Faehre auf die andere Seite.

    Den Rest der Strecke ging es vorbei an einigen Cham-Doerfern (die muslimische Minderheit in Kambodscha). Ausser der Moschee im Dorf und den Kopftuechern bzw. Gebetshueten unterschieden die sich aber kaum von einem durschnittlichen kambodschanischen Dorf, und die Glaubensunterschiede scheinen die Beziehungen zwischen den muslimischen und buddhistischen Dorfbewohner nicht zu belasten. Ein Kopftuch zu tragen hat hier den Vorteil, dass man darunter seine natuerliche Blaesse besser bewahren kann, was hier auf jeden Fall ein Pluspunkt fuer eine Religion ist. Nach einem langen Stueck auf einer schoen geteerten Strasse kam ich in einer kleinen Provinzhauptstadt names Chhlong an.

    Weil es noch recht frueh war, entschied ich mich, auch noch die letzten 35 km bis Kratie in Angriff zu nehmen. Ich ging davon aus, dass die Strasse weiter so gut bleibt, wie sie es die letzten Kilometer war, und dass ich die restliche Strecke locker in den restlichen 2 1/2 Stunden bis zum Sonnenuntergang schaffen koennte. Leider stellte sich das bald als eine Fehleinschaetzung heraus. Kurz nach Chhlong wurde aus der gut geteerten Strasse eine Schotterpiste mit Laengsrillen die so tief waren, dass man mit dem Fahrrad nurnoch am Strassenrand fahren konnte. Der Strassenzustand hielt die Autofahrer aber nicht davon ab, in beachtlichem Tempo ueber die Strecke zu heizen, wobei sie eine Staubwolke hinter sich her zogen. Nach einiger Zeit kam ich dann zu einem Teil der Strecke, wo die Schotterpiste wohl fuer Bauarbeiten gesperrt war und der Verkehr auf eine noch schlechtere Strasse umgeleitet wurde. Auf diesem Stueck hatte die Strasse Schlagloecher, in denen man locker einen Kleinwagen verstecken koennte. Vor mir blieb ploetzlich ein Pickup an, weil seine Vorderachse gebrochen war. Dieses Stueck war aber zum Glueck nicht allzu lang, und von da ging es zurueck auf die Schotterpiste, die ploetzlich viel besser wirkte als vorher. Bald darauf wurde die Schotterpiste dann zu einer Teerstrasse, und die letzten Kilometer nach Kratie fuhren sich praktisch von selbst.

    Kratie marketDie Stadt Kratie gefiel mir auf Anhieb sehr gut, weil hier noch viele der alten Kolonialgebaeude erhalten sind und die Franzosen hier – wie es sich fuer eine Provinzhauptstadt gehoert – all’ die wichtigen Einrichtungen wie ein Elektrizitaetswerk und Wasserwerk gebaut haben, aber eben dimensioniert fuer eine Kleinstadt. Das Wasserwerk z.B. scheint hauptsaechlich aus einem Schild am Eingang und einem Wasserturm zu bestehen.

    Im Gaestehaus direkt am Mekongufer habe ich dann als erstes geduscht…was nach der staubigen Strecke auch dringen noetig war:

    Before......and after


    Mein Versuch, danach noch das Nachtleben in Kratie zu erkunden, blieben mangels Nachtleben leider erfolglos, aber fuer ein Foto von Kratie bei Nacht hat es doch noch gereicht:

    Kratie at night

  • Tag 1: Phnom Penh nach Kompong Som

    Posted on April 4th, 2010 Jan No comments

    Start: Phnom Penh
    Ziel: Kampong Cham
    Distanz: ca. 130-140 km
    Fahrtzeit: ca. 6 1/2 Stunden

    Heute ging die Radtour endlicEin leicht mueder Radfahrerh los. Nachdem ich den geplanten Start gestern wegen ploetzlichen Regens spontan verschoben hatte, war es heute morgen zwar bewoelkt aber regenlos, und ich hatte mir ausserdem gestern noch eine modisch fragwuerdige aber hoechst funktionale Regenjacke zugelegt, so dass der Regen eh keine Ausrede mehr gewesen waere.

    Die Strecke war schoen und einwandfrei geteert, so dass es keine Probleme beim Herumfahren gab. Das ausgekluegelte Verzurrungssystem, dass ich mir gestern Abend ueberlegt habe um meinen Rucksack mit von 3 Gummispannern am Gepaecktraeger zu befestigen hat sich bewaehrt und trotz einiger groesserer Huppel blieb alles auf dem Fahrrad.

    Das Finanzamt in Kampong ChamDie ersten 70-80 km klappten ohne Probleme und laengere Stops, so dass ih in Stoung meine Mittagspause mit gebratenem Reis einlegen konnte. Auf den letzten 50 km machten sich dann die Beine nach und etwas unangenehm bemerkbar, so dass es am Schluss etwas unangenehm wurde.

    Morgen geht es dann weiter nach Kratie. Ob ich es allerdings den ganzen Weg schaffe, bezweifle ich im Moment etwas, weil das nochmal etwa 20 km mehr sind und die Strecke nicht in so gutem Zustand ist wie die heute. Vielleicht werde ich schon also auf halber Strecke meine Tagesetappe beenden.

  • Welcome to the Jungle – Visiting Chi Phat

    Posted on November 10th, 2009 Jan No comments

    Arrival in Chi PhatAnother weekend, another public holiday…and another chance to discover Cambodia :) After the last trip with the big group to Kep and the smaller trip to the Angkor temples the week before, we went off to see some more of Cambodia’s natural beauty of the Cardamom Mountains this time. After some first thoughts about staying in the Rainbow Lodge, we decided for a more Cambodian (and budget-friendly) trip to Chi Phat, a community-based ecotourism site managed by Wildlife Foundation, which happens to be a member of CCBEN. I must admit that I might not have been completely impartial in the discussion about our destination for obvious reasons. At first it looked like we’d be a group of 6-8 people, but it kept growing until the last minute and we ended up with a group of 12 people sitting in the slightly cramped minivan to Andoung Toeuk on Friday evening. After a 4-hour ride with a short stop at a shrine site along the way where our driver tried to appease the spirit of an ill-tempered fisherman’s wife to guarantee our a safe passage, we arrived in Andoung Toeuk around 11pm. Andoung Toeuk isOur guesthouse a small village along the road from Phnom Penh to Koh Kong that serves as the departure point for all the ships going to Chi Phat. We spent the night at Botum Sakor Guest House, which became our place of choice because it had rooms for exactly 12 people and it was the only guest house in Andoung Toeuk, among many other reasons. The rooms were nicely made, clean and equipped with trendy pink mosquito nets, and as a special service, the guest house let the power generator run an extra hour – in short, the $2-3 per person were well spent. The next morning, we left the guest Breakfast Breakhouse after a quick manual shower to catch our boat to Chi Phat. As the boat had even more delay than us, we

  • Cambodian fruit quiz, part 1

    Posted on October 19th, 2009 Jan 8 comments

    The Hubba Bubba fruit shellTo get a little more interaction into this blog, I had this idea today to start I quiz about the mysterious fruits that are sold on the markets here in Phnom Penh. The rules are really simple – I’m going to describe a fruit that I saw and ate here, and the first one to come up with the English or German name of that fruit will score a point (Wikipedia links will score bonus points). Whoever wins the most points when I run out of fruits will be rewarded with an exotic Cambodia fruit plate…which will be waiting for the winner here in Phnom Penh :)

    I’ve been at the Russian Market today looking for some yummy fruits for the evening.  Walking around to buy some dragon fruit and other delicacies, I saw this weird fruit again that actually looked more like a fir cone (Tannenzapfen) or a lizard’s tail than a fruit.

    Arriving at home, I carefully The inside of the Hubba Bubba fruitopened the first one of them and discovered a yellow brain-shaped yellowish thing inside that looked a little bit like a Durian seed, but luckily didn’t smell like one. The fruit has a sweet-sour taste that reminded me very much of Hubba Bubba chewing gum.

    Do you know the real name of the Hubba Bubba Fruit? Be the first to write a comment with the name to get a had start for the Cambodian fruit quiz.

    I was going to upload some pictures along with the description, but as the Internet is terribly slow here again, that will have to wait until tomorrow morning. Double points to anyone who comes up with the name in the mean time :)

    Wohoo…it’s working again. Happy guessing :)

  • Von gewaltbereiten Affen und hartnäckigen Strandbarbesitzern

    Posted on October 16th, 2009 Jan 2 comments

    Au weia…es ist ja fast schon wieder Wochenende, und ich habe noch gar nichts vom Ausflug letzte Woche geschrieben – diese Woche war leider etwas stressig, weil ich Abends noch was für die Uni machen musste. Jetzt muss ich aber gerade auf einen Download warten, und weil unsere Internetverbindung gerade etwas überlastet ist, wird es wohl noch ein bisschen dauern, bis ich die ca. 2 MB mit etwa der halben Geschwindigkeit eines 28k-Modems herunter geladen habe.

    Deshalb also jetzt der Bericht zum Ausflug letzte Woche: CIMG0184Ich bin mit meinen Mitbewohnern und einigen anderen Praktikanten am Freitag Abend nach Kep, einer kleinen Küstenstadt im Südwesten von Kambodscha gefahren. Nach etwa vier Stunden auf mehr oder weniger holprigen Straßen (die seltsamerweise besser wurden, je weiter wir von Phnom Penh weg waren) kamen wir gegen 23:30 Uhr in unserem Guest House in Kep an. Trotz der späten Stunde wurde für uns noch einmal die Küche aufgemacht, aber zur Enttäuschung einiger Mitreisender gab es leider keine frischen Krabben mehr, für die Kep berühmt ist.

    Am nächsten morgen ging es dann nach dem ausgedehnten Frühstück zu Fuß auf Erkundungstour in der „Stadt“ Kep war in den 60ern und 70ern wegen des kühlen Klimas und der Nähe zu Phnom Penh ein beliebter Badeort bei den reichen Kambodschanern und Franzosen, die hier ihre Ferienvillen gebaut haben – auch König Sihanouk hatte hier auf einem Berggipfel an der Küste eine Urlaubsresidenz. Als dann 1975 die Roten Khmer an die Macht kamen, passte diese Hochburg der Bourgeoisie nicht in deren Konzept des angestrebten Agrarstaates und wurde deshalb weitgehend dem Erdboden gleich gemacht und verlassen. Heute ist der Ort wohl immernoch weit vom früheren Glanz entfernt, ist aber wieder bei den Bewohnern Phnom Penhs als Ziel für Wochenendausflüge beliebt.

    Auf dem Weg durch den Ort kamen wir zuerst am Krabbenmarkt voCIMG0134rbei, an dem die berühmten Krabben gleich reusenweise angeboten wurden. Unterwegs kamen wir immer wieder an verfallenen Villen vorbei, die schon mehr oder weniger von der Natur zurückerobert wurden – ein Foto davon seht ihr rechts.

    Weiter ging es dann ein ganzes Stück an der felsigen Küste entlang, bis wir zu einer Biegung kurz vor dem einzigen Stück Sandstrand in Kep kamen. Unter einem Baum an der Straße saßen Crazy monkeyzwei Affen und verspeisten gerade den Inhalt einer Plastiktüte, die sie wahrscheinlich von der letzten vorbeilaufenden Touristengruppe erbeutet hatten. Die beiden wirkten zwar nicht sonderlich erfreut darüber,  dass ich sie zu fotografieren versuchte, aber letzlich war ihnen das Essen dann doch wichtiger. Auf der anderen Straßenseite saß jedoch noch ein weiterer Affe, der wie sich herausstellte wohl der Kategorie “Problemaffe” zuzuordnen ist.Der Problemaffe Jedenfalls rannte er plötzlich ohne erkennbaren Grund auf mich zu, während ich noch mit den anderen Affen beschäftigt war. Als ich ihn dann bemerkte war es schon zu spät, und er stoppte seinen kurzen Spurt durch einen Sprung gegen meinen Oberschenkel. Glücklicherweise hatte ich mich am Morgen für meine affenkrallenabweisende Hose antschieden, so dass es bei einem kurzen Schrecken und einem leichten, indirekten Kratzer blieb. Trotzdem war ich in dem Moment froh über die Tollwutimpfung.

    Der Rest des Weges zum Bootsanleger war zwar lang aber ereignislos. Wir hatten die Strecke etwas unterschätzt, so dass wir insgesamt mit einigen großzügigen Pausen etwa 3 Stunden bis zum Anleger brauchten. Vom Anleger ging es dann in einem kleinen Boot für 2 $ pro Nase rüber nach Rabbit Island (Koh Tonsey), wo wir uns die schöneren Sandstrände erhofften.

    — Fortsetzung folgt —

  • Viel Neues und wenig Zeit

    Posted on October 5th, 2009 Jan 4 comments

    Seit meinem letzten Eintrag hier sind nur ein paar Tage vergangen, aber ich hätte schon wieder genug zu schreiben, um hier mehrere Seiten zu schreiben. Dummerweise ist es schon wieder fast Schlafenszeit, so dass ich mich kurzfassen werde.

    AmLa Cucaracha Freitag hat Srey Mom, eine der kambodschanischen Freiwilligen bei CCBEN, vor Feierabend einen kleinen Khmer-Kurs für Julia und mich gemacht. Neben den basics aus youtube kann ich jetzt sogar schon bis 999.999 zählen…glaube ich zumindest – ich habe es nur noch nicht vollständig ausprobiert. Außerdem weiß ich jetzt, dass essen “njam” heisst und schlafen “gänn”, fast wie “mjam!” und “gähn!”. Im Grunde ist Khmer also ganz einfach. In der Praxis sind meine Erfolge aber noch eher begrenzt – zum Handeln auf dem Markt reicht es jedenfalls noch nicht, so dass da weiterhin Englisch + Hände und Füße herhalten müssen. Abends ging es dann zu einer Feier bei einer anderen Praktikantin aus Russland, die gerade nach Kambodscha gekommen ist. Als ich wieder nach Hause kam, fand ich im Bad einen weiteren Mitbewohner, der es sich auf einer Deo-Dose bequem gemacht hatte. Der stark behaarte Überlebenskünstler war stattliche 7 cm groß, die Fühler nicht eingerechnet. Kurz nach dem Foto verschwand er aber netterweise hinter dem Spiegel, um mich nicht weiter beim Zähneputzen zu stören.

    Am Samstag und Sonntag stand BarCamp auf dem Programm, eine IT-Konferenz, die einmal jährlich in Phnom Penh und in vielen anderen Städten weltweit stattfindet. Das Besondere am BarCamp ist, dass es keine festen Rednerlisten o.ä. gibt, sondern dass jeder Teilnehmer selbst Themen vorstellen kann, die ihn oder sie interessieren. Dadurch war die Themenpalette sehr gemischt, und ich konnte einige Sessions besuchen, die mich vielleicht auch beim Praktikum weiterbringen werden. Mekong-BootSamstag Nachmittag habe ich die letzten Sessions sausen lassen und bin dafür zu Khlimb the Penh gegangen, einem Steilwandkletterevent, das dieses Wochenende zum ersten Mal veranstaltet wurde. Um da hin zu kommen, bin ich erstmal mit einem Boot auf die andere Seite des Mekong übergesetzt (eine Brücke hätte es ein paar hundert Meter weiter auch gegeben, aber das wäre ja langweilig gewesen). Auf der Fahrt konnte ich schon die Kletterroute sehen, die am Rohbau eines Hochhauses aufgebaut war. Khlimb the PenhDie Route war zwar nur etwas über einen Meter breit, aber dafür etwa 25 m hoch. Als ich am Turm ankam, waren schon viele Kletterer da, und ich konnte mir ein bisschen die Strecke ansehen, während die anderen schon kletterten. Mit ein paarmal Schummeln habe ich es dann auch bis zur Glocke am Ende der Route geschafft, und mein nagelneuer Klettergurt hat auch gehalten :)

    Samstag Abend ging es dann zur Auszugsparty eines Couchsurfers, von der ich durch ein BarCamp-Besucher erfahren habe. Wie sich herausstellte, lag die Wohnung direkt neben dem russischen Markt, also nur ein paar Minuten zu Fuß von meiner Wohnung entfernt.

    Am Sonntag ging es morgens wieder zum BarCamp, und im Dritten Block habe ich dann auch eine Session zum Thema Lockpicking gemacht.  Es waren viel mehr Zuhörer da, als ich Schlösser dabei hatte, so dass ich den Teil zum selbst ausprobieren leider streichen musste. Dem Vorführeffekt zum Trotz habe ich es aber immerhin beim zweiten Versuch geschafft, ein Schloss mit einer Coladose zu öffnen.

    Später bin ich dann mit Ching zum Friendship Club gegangen, einem Treffpunkt für Kambodschaner und Ausländer, der von einer Sprachschule betrieben wird, um allen eine Möglichkeit zu geben, ihr Englisch zu üben.

    Auf dem Rückweg zu unserer Wohnung bin ich in die falsche Richtung losgelaufen, und habe dabei einen Lebensmittelmarkt entdeckt, wo ich mich erstmal auf die Suche nach einem Abendessen gemacht habe. An einem Stand entdeckte ich einen großen Bottich mit glibberigen weißen Fäden. Als ich mit Händen und Füßen versuchte, zu fragen, wie und mit was man die isst, kam eine ältere Frau dazu, die auch gerade einkaufte. Als sie meine Ahnungslosigkeit erkannte, stellte mir eine Kombination aus Sojasprossen, den Fäden, einem Schnittlauchähnlichen Kraut und ein paar Eiern zusammen und handelte sogar noch den Preis für mich herunter – die Hilfsbereitschaft der Kambodschaner ist einfach unglaublich.

    Jetzt ist es doch schon wieder länger geworden, als ich eigentlich wollte, und höchste Zeit, ins Bett zu gehen. Was heute passiert ist, erfahrt ihr dann morgen :)

  • Es geht um die Wurstkruste

    Posted on October 1st, 2009 Jan No comments

    Um das Kauderwelsch hier komplett zu machen, werde ich heute mal wieder auf deutsch schreiben, was letzten Endes eben doch einiges schneller geht.

    Blick vom BalkonErst einmal ein paar Worte zu meiner neuen Wohnung. Sie liegt in der 270. Straße im Süden von Phnom Penh und damit ca. 20m Luftlinie vom CCBEN-Büro entfernt. Ich wohne hier zusammen mit insgesamt 5 anderen Praktikanten und AIESECern. Als der letzte Einzügler habe ich leider das Zimmer ohne Klimaanlage abbekommen, was bei den Temperaturen etwas unangenehm ist. Zum Glück sind die Vermieter hier aber wohl sehr entgegenkommend, und die Chancen stehen gut, dass mein Zimmer bald auch klimatisiert sein wird. Rechts seht ihr den Blick von der Terrasse meines Mitbewohners, auf der ich jetzt auch gerade mit ihm sitze und bei gelegentlichen Klängen von kambodschanischer Popmusik am Blog schreibe. Nach der Ankunft in Phnom PCCBEN Officeenh stand heute mein erster Arbeitstag bei CCBEN auf dem Programm. Nach wenig Schlaf unter einer improvisierten Bettdecke klingelte mich um 6.30 Uhr der Wecker wach. Ich bin bisher noch nicht zum Einkaufen gekommen und hatte deshalb erst einmal nichts zum Frühstück. Glücklicherweise hat unser Vermieter aber ein kleines “Restaurant” in der Garage unserer Wohnung, in dem ich ein günstiges Frühstück erstehen konnte, um dann frisch gestärkt den weiten Weg zum Büro antreten konnte. Nach etwa 2 Minuten war ich da und wurde von Rattanaka begrüßt, der die Finanzen von CCBEN verwaltet. Bald kam auch Julia dazu, eine Studentin aus München die auch gerade ein 3-monatiges Praktikum bei CCBEN macht – ich bin also doch nicht der einzige Ausländer da. Die beiden haben mir erst einmal einige Grundlagen erklärt, und später kam auch Ching dazu, der hier für die IT zusändig und damit sozusagen mein Boss ist. Zwischendurch konnte ich mit meinen Khmerkenntnissen aus youtube auftrumpfen und durfte gleich mehrfach die Beherrschung des Zahlenraums von 1 (mui) bis 10 (dap) unter Beweis stellen. Die CCBENler sind alle sehr freundlich und hilfsbereit, und haben es mir leicht gemacht,  mich hier von Anfang an wohl zu fühlen.

    Im Gespräch mit Ching wurde allerdings recht schnell klar, dass es bisher noch keinen richtigen Überblick über die Touristen gibt, die CCBEN-Angebote genutzt haben. Deshalb werde ich vor meinem eigentlichen Projekt erstmal eine Kundendatenbank aufbauen…zu einfach soll es ja schließlich auch nicht werden :)

    Abends bin ich dann mit meinen Kollegen zum Pizza essen in die größte Mall Phnom Penhs gefahren, und konnte da original kambodschanische Pizza kennenlernen: Weil die Käsefüllung im Pizzarand den Kambodschanern scheinbar zu langweilig war, kann man hier Pizzas mit wurstgefülltem Rand bestellen. Glücklicherweise gibt es aber auch noch eine Variante nur mit Käse. Jetzt wird es wieder höchste Zeit ins Bett zu gehen. Bei nächsten Mal erfahrt ihr dann etwas mehr zum kambodschanischen Straßenverkehr.

  • One night in Bangkok

    Posted on September 30th, 2009 Jan No comments

    Today is day -1 of my iternship in Cambodia. I left Siegen by train at 6pm on Monday and got to Frankfurt Airport way ahead of departure time, so I still had some time to get something to eat. As I was walking past the McDonalds, I remebered that I used to promise myself not to eat at those fast food places any more, but that I didn’t quite stick to that recently. This time however, instead of going there to have some fries, I decided it would be the perfect time now to get back to that – I’m not going to eat anything at fast food chain restaurants during my time in Asia. No McDonalds. No Burger King. No Pizza Hut. Shouldn’t be too hard anyways :)

    I got to Abu Dhabi right in time  and switched the plane to Bangkok.

    [it’s time to go to bed…to be continued]

    And here’s a picture of Cambodian street traffic as a little teaser for my next post :)

    Traffic in Cambodia