• Von gewaltbereiten Affen und hartnäckigen Strandbarbesitzern

    Posted on October 16th, 2009 Jan 2 comments

    Au weia…es ist ja fast schon wieder Wochenende, und ich habe noch gar nichts vom Ausflug letzte Woche geschrieben – diese Woche war leider etwas stressig, weil ich Abends noch was für die Uni machen musste. Jetzt muss ich aber gerade auf einen Download warten, und weil unsere Internetverbindung gerade etwas überlastet ist, wird es wohl noch ein bisschen dauern, bis ich die ca. 2 MB mit etwa der halben Geschwindigkeit eines 28k-Modems herunter geladen habe.

    Deshalb also jetzt der Bericht zum Ausflug letzte Woche: CIMG0184Ich bin mit meinen Mitbewohnern und einigen anderen Praktikanten am Freitag Abend nach Kep, einer kleinen Küstenstadt im Südwesten von Kambodscha gefahren. Nach etwa vier Stunden auf mehr oder weniger holprigen Straßen (die seltsamerweise besser wurden, je weiter wir von Phnom Penh weg waren) kamen wir gegen 23:30 Uhr in unserem Guest House in Kep an. Trotz der späten Stunde wurde für uns noch einmal die Küche aufgemacht, aber zur Enttäuschung einiger Mitreisender gab es leider keine frischen Krabben mehr, für die Kep berühmt ist.

    Am nächsten morgen ging es dann nach dem ausgedehnten Frühstück zu Fuß auf Erkundungstour in der „Stadt“ Kep war in den 60ern und 70ern wegen des kühlen Klimas und der Nähe zu Phnom Penh ein beliebter Badeort bei den reichen Kambodschanern und Franzosen, die hier ihre Ferienvillen gebaut haben – auch König Sihanouk hatte hier auf einem Berggipfel an der Küste eine Urlaubsresidenz. Als dann 1975 die Roten Khmer an die Macht kamen, passte diese Hochburg der Bourgeoisie nicht in deren Konzept des angestrebten Agrarstaates und wurde deshalb weitgehend dem Erdboden gleich gemacht und verlassen. Heute ist der Ort wohl immernoch weit vom früheren Glanz entfernt, ist aber wieder bei den Bewohnern Phnom Penhs als Ziel für Wochenendausflüge beliebt.

    Auf dem Weg durch den Ort kamen wir zuerst am Krabbenmarkt voCIMG0134rbei, an dem die berühmten Krabben gleich reusenweise angeboten wurden. Unterwegs kamen wir immer wieder an verfallenen Villen vorbei, die schon mehr oder weniger von der Natur zurückerobert wurden – ein Foto davon seht ihr rechts.

    Weiter ging es dann ein ganzes Stück an der felsigen Küste entlang, bis wir zu einer Biegung kurz vor dem einzigen Stück Sandstrand in Kep kamen. Unter einem Baum an der Straße saßen Crazy monkeyzwei Affen und verspeisten gerade den Inhalt einer Plastiktüte, die sie wahrscheinlich von der letzten vorbeilaufenden Touristengruppe erbeutet hatten. Die beiden wirkten zwar nicht sonderlich erfreut darüber,  dass ich sie zu fotografieren versuchte, aber letzlich war ihnen das Essen dann doch wichtiger. Auf der anderen Straßenseite saß jedoch noch ein weiterer Affe, der wie sich herausstellte wohl der Kategorie “Problemaffe” zuzuordnen ist.Der Problemaffe Jedenfalls rannte er plötzlich ohne erkennbaren Grund auf mich zu, während ich noch mit den anderen Affen beschäftigt war. Als ich ihn dann bemerkte war es schon zu spät, und er stoppte seinen kurzen Spurt durch einen Sprung gegen meinen Oberschenkel. Glücklicherweise hatte ich mich am Morgen für meine affenkrallenabweisende Hose antschieden, so dass es bei einem kurzen Schrecken und einem leichten, indirekten Kratzer blieb. Trotzdem war ich in dem Moment froh über die Tollwutimpfung.

    Der Rest des Weges zum Bootsanleger war zwar lang aber ereignislos. Wir hatten die Strecke etwas unterschätzt, so dass wir insgesamt mit einigen großzügigen Pausen etwa 3 Stunden bis zum Anleger brauchten. Vom Anleger ging es dann in einem kleinen Boot für 2 $ pro Nase rüber nach Rabbit Island (Koh Tonsey), wo wir uns die schöneren Sandstrände erhofften.

    — Fortsetzung folgt —

     

    2 responses to “Von gewaltbereiten Affen und hartnäckigen Strandbarbesitzern”

    1. Hi Jan,
      gewaltbereite Affen? Was haben sie dir getan? Du bist doch Tiefreund und die Affen scheinbar keine Menschenfreunde, oder?
      Total die schönen Bilder! Besonders das mit der Hängematte. Wenn ich bei mir aus dem Fenster sehe, dann blicke ich auf schneebedeckte Berge und du auf Sandstrand. Der Unteschied könnte nicht größer sein.
      Ich bin auf den Affen-Bericht gespannt!
      Liebe Grüße aus St. Gallen

    2. Ein paar mehr Worte zu den gewaltbereiten Affen würde ich mir auch wünschen.
      Waren es etwa diese Affen, die dich und jeden zweiten Strandtouristen dazu gezwungen haben, das Fotomotiv “Barfüße vertikal vor Sandstrand” anzufertigen? Kommt als nächstes etwa ein Sprungbild, dass dich in der Luft über seichtem Wasser mit ausgestreckten Armen zeigt? 😉
      Das mit dem Benzin aus der Pepsiflasche, wie in deinen Fotos gesehen, geht ja mal gar nicht. Wie sagt man denn “Chemikalien in Lebensmiddelbehälter eifülle könne se in Deitschland net bringe!!” auf Khmer? Sag denen das mal!!!